Nach dem tollen Erfolg unserer bemerkenswert-Reihe im Kirchenjahr 2023/24
Hab Mut - steh auf!
Vorwort im Pfarrbrief Mai 2026
„Hab Mut, steh auf!“ – dieses Leitwort des Katholikentags 2026 Würzburg ist kein frommer Spruch. Es ist eine Zumutung. Denn wenn wir ehrlich sind: Wie oft bleiben wir sitzen? In Gewohnheiten, in Bequemlichkeit, im „Das war schon immer so“. Wie oft richten wir uns ein im Bekannten, statt dem Neuen zu trauen?
Erst vor kurzem haben wir Ostern gefeiert. Auch Ostern duldet kein Liegenbleiben. Die Auferstehung Jesu ist kein sanftes Trostpflaster – sie ist ein Weckruf. Gott überlässt dem Tod nicht das letzte Wort. Warum also lassen wir so oft Resignation das letzte Wort in unserem Leben haben?
„Steh auf!“ – das gilt uns. Nicht irgendwann, sondern jetzt. In unseren Familien, in unserer Gemeinde, in einer Welt, die Mut dringender braucht denn je. Die ersten Jünger machen es uns vor. Sie hatten allen Grund, sich zu verstecken. Und doch: An Pfingsten stehen sie auf. Der Geist Gottes verwandelt ihre Angst in Kraft, ihre Zweifel in Hoffnung. „Steh auf“ wird zur Bewegung: hinaus ins Leben, hinein in die Welt, hin zu den Menschen.
Und wir? Warten wir noch – oder brennen wir schon? Der Mai bringt uns diese Frage auf besondere Weise nahe. Er ist der Monat des Aufblühens – draußen wie in uns. Alles drängt ins Leben, alles will wachsen, sich zeigen. Knospen brechen auf, Licht setzt sich durch. Gleichzeitig ist er der Marienmonat. Wir schauen auf Maria, die den Mut hatte, aufzustehen. Sie bleibt nicht stehen im Ungewissen, sondern geht ihren Weg im Vertrauen – auch durch Dunkelheit hindurch. Ihr „Ja“ zu Gott ist kein einmaliger Moment, sondern ein lebendiger Weg, der sie trägt und verwandelt.
So verbindet sich alles: Ostern, Pfingsten, der Mai – und das Wort „Hab Mut, steh auf!“ Es ist ein Ruf mitten in unseren Alltag hinein. Ein Ruf, der uns aufrütteln will aus Gleichgültigkeit und Angst. Ein Ruf, der uns zutraut, dass wir mehr sind als das, was wir oft von uns selbst denken.Bleiben wir stehen – oder wagen wir neues Leben? Halten wir fest am Gewohnten – oder öffnen wir uns für das, was Gott jetzt mit uns vorhat? Gehen wir los – Schritt für Schritt, im Vertrauen darauf, dass Gott mitgeht.
„Hab Mut, steh auf!“ – Gott traut uns das zu. Trauen wir es uns auch?
Ihr Pfarrer Thomas Menzel
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