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Eine Brücke der Solidarität – von Eußenhausen bis zum Indischen Ozean

Ein besonderer Gast, ein lebendiger Gottesdienst und eine Botschaft, die über Ländergrenzen hinweg verbindet: In Eußenhausen durften die Gläubigen Erzbischof Bombin aus Madagaskar und seine Dolmetscherin Marie begrüßen. Alexander Sitter, Referent der Diözesanstelle Mission-Entwicklung-Frieden, hieß die beiden Gäste herzlich willkommen und bedankte sich dafür, dass die Begegnung in Eußenhausen möglich wurde. Auch Pfarrer Thomas Menzel freute sich über den Besuch und die Gelegenheit, den Blick über den eigenen Kirchturm hinaus auf die Weltkirche zu richten.

Gleich zu Beginn des Gottesdienstes nahmen die engagierten Ministrantinnen und Ministranten die Gemeinde mit auf eine Reise nach Madagaskar. Sie stellten das Land und seine Besonderheiten vor: die Flagge, den mächtigen Baobab-Baum, farbenprächtige Orchideen, den Ravenala-Baum und das Pousse-pousse, bunt bemalte Rikschas.

Erzbischof Bombin griff diese Eindrücke in seiner Begrüßung und Predigt auf. Trotz aller Unterschiede verbindet uns der gemeinsame Glaube: Wir sind eine Glaubensfamilie und haben einen Herrn – Jesus Christus. „Teilen“ sei das Schlüsselwort für gelebten Glauben, weltweite Solidarität und die Verbundenheit aller Menschen in der einen Glaubensfamilie. Seine eindrückliche Botschaft lautete: „Wir haben keine Macht, wir haben kein Geld, aber wir haben Hoffnung. Darin sind wir Milliardäre!“

Im Anschluss an die Eucharistiefeier stellte Marie das Hilfswerk missio und seine Arbeit vor. Erzbischof Bombin berichtete vom Leben und Glauben der Menschen in Madagaskar sowie von seiner Arbeit in der Diözese Toliara im Südwesten des Landes. Dort fehlt es vielerorts an Wasser, Nahrung, medizinischer Versorgung und Bildung. Besonders bedrückend ist die Situation der Kinder, die statt zur Schule zu gehen in Minen arbeiten müssen und häufig unterernährt sind. Gemeinsam mit Ärzten und Erziehern reist der Erzbischof von Dorf zu Dorf, um den Menschen vor Ort zu helfen.

Zum Abschluss dankte Dietmar Balling vom Eine-Welt-Kreis Mellrichstadt der Gemeinde Eußenhausen für die Gastfreundschaft sowie den Gästen für ihren Besuch. Er fand ein schönes Bild für das, was an diesem Abend spürbar geworden war: eine Brücke der Solidarität zwischen dem Elmbach und dem Indischen Ozean. Eine Brücke, die Menschen miteinander verbindet, die weit voneinander entfernt leben und doch durch ihren Glauben und ihre Verantwortung füreinander zusammengehören.

Gewiss hätte man sich für den Besuch eines Erzbischofs aus Madagaskar und das wichtige Thema der Solidarität in der Einen Welt etwas mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewünscht. Auf der anderen Seite spiegelt die überschaubare Zahl der Gottesdienstbesucher die Realität vieler Gemeinden in Deutschland wider. Umso wertvoller war die Begegnung für diejenigen, die gekommen waren. Sie gingen beschenkt nach Hause: mit neuen Eindrücken von einem fernen Land, mit bewegenden Geschichten aus dem Alltag der Menschen in Madagaskar und mit einer Botschaft, die hoffentlich im eigenen Leben weiterwirkt.

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