Liebe Leserinnen und Leser, der Monat November ist ein Übergangsmonat. Er führt uns vom bunten Herbst, der die Tage noch in Licht und Wärme hüllt, hinein in den weißen Winter, der stiller und tiefer wird. Der November ist in unseren Breitengraden ein eher dunkler und trister Monat – oft nasskalt, nebelig, ungemütlich und farblos. Die Natur verabschiedet sich von den Farben der letzten Wochen. Manche Menschen mögen diese Zeit des Übergangs, da beispielsweise die Familie am Abend früher nach Hause kommt und die Atmosphäre häuslicher und heimeliger wird. Andere Menschen wiederum spüren, wie die innere Stimmung abtaucht und trübsinnig wird. Da ist es gut, dass uns die Kirche gerade in dieser Zeit des Übergangs Lichtgestalten schenkt, die uns Halt und Orientierung geben wollen.
Zu Beginn des Monats November leuchten uns die Heiligen hell voran: Allerheiligen erinnert uns daran, dass das ewige Licht stärker ist als die Vergänglichkeit, dass Gemeinschaft und Glaube uns tragen, auch dort, wo der Alltag grau erscheint. Einen Tag später stehen wir mit Allerseelen im Gedenken an unsere Verstorbenen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass das Erinnern nicht abgeschlossen ist, sondern vielmehr Räume eröffnet, in denen Trauer und Dankbarkeit sich begegnen. Auch im Verlauf des Monats November begegnen wir bekannten Lichtträgern: dem heiligen Martin von Tours, der uns lehren will, mit dem Mantel der Nächstenliebe zu wärmen – oder der heiligen Elisabeth von Thüringen, deren Güte und Demut noch heute sinnstiftend wirken – oder auch dem heiligen Apostel Andreas, der uns erinnert, dass uns die Treue zu Christus auf ganz neue Wege führt.
All diese Lichtgestalten und Lichtträger sind wichtig für unseren Glauben, doch sind sie vielleicht auch etwas weit weg von unserem Alltag. Aus diesem Grund lade ich Sie zur Frage ein: Wer sind für mich Lichtträger in meinem ganz persönlichen Umfeld? Sie finden diese Lichtgestalten vielleicht in Ihrer Familie, in einer Beziehung, im Freundeskreis, am Arbeitsplatz, in Schule oder Kindergarten. Wer macht mein Leben hell? Nehmen Sie sich in den nächsten Tagen doch einen stillen Moment, hören Sie in sich hinein und benennen Sie jene Menschen, die Sie tragen, inspirieren und ermutigen. Das kann eine vertraute Stimme am Telefon sein, eine Nachbarin, die freundlich grüßt, ein Kollege, der ein offenes Ohr hat, oder ein Lehrling, der mit Neugier die Welt entdeckt. Wenn wir uns das bewusst machen, verwandeln wir die Dunkelheit des Novembers in eine Einladung zur Dankbarkeit: Wir sehen, wer uns zum Leuchten bringt, und wir erleben, wie Vertrauen, Wärme und Hoffnung in uns wachsen. Mögen die kommenden Wochen uns helfen, das Licht im Alltag zu entdecken – im Blick auf die Heiligen unserer Zeit, im Austausch miteinander und in den kleinen Dingen, die den Tag hell machen.
Ihr Pfarrer Steffen Behr















































































































