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Gemeinsam Glauben erleben – Unsere Fahrt zum Katholikentag

Trotz sinkender Mitgliederzahlen bleibt der Deutsche Katholikentag ein wichtiger Treffpunkt für die Kirche in Deutschland. Der 104. Katholikentag in Würzburg zeigte mit rund 74.000 Besucherinnen und Besuchern eindrucksvoll, dass Glaube, Gemeinschaft und Austausch weiterhin viele Menschen bewegen. Das neue, kleinere Konzept mit mehr Beteiligung, spirituellen Angeboten und offenen Gesprächsformaten kam dabei besonders gut an.

Neben wichtigen gesellschaftlichen und kirchlichen Themen prägten vor allem die vielen Begegnungen und die besondere Atmosphäre die Tage in Würzburg. Für viele wurde der Katholikentag zu einer „Tankstelle für die Seele“ und zu einem Zeichen dafür, dass Kirche lebendig bleibt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Fahrt berichten im folgenden Interview von ihren persönlichen Eindrücken und Erfahrungen.

Martha und Egon Bauß (Nordheim):
„Uns ist aufgefallen, wie vielfältig die Katholische Kirche aufgestellt ist. Es gibt so viele unterschiedliche Organisationen, von denen man wenig bis nichts mitbekommt, wobei wir nicht von uns sagen würden, dass wir uninteressiert wären.
Sehr positiv aufgefallen ist uns auch, dass man sehr schnell und sehr leicht mit Menschen aller Couleur ins Gespräch gekommen ist. Und dass man spürte, dass die Menschen für ihre Sache, sprich für die christliche Ausrichtung, brennen. Das macht uns Mut!“

Ute Boltz (Mellrichstadt):
„Von den Angeboten, die ich besucht habe, hat mich am meisten die Konzertlesung „Im Gehen geht’s“ im Juliusspital beeindruckt. Das waren absolut tiefgründige Texte, dazu fetzige Musik und eine spitze Darbietung! Außerdem ist mir immer wieder in verschiedenen Situationen aufgefallen, dass das Leben mit dem Glauben und Gott an der Seite leichter und beschwingter und auch humorvoll ist. Und darüber zu reden an passender Stelle in der Familie, im Freundeskreis, auf der Arbeit und wo es sich halt ergeben kann, ist herrlich und mir null, null peinlich!“

Sabine Derleth-Streit (Mellrichstadt):
„Nach einem Besuch im Kiliansdom entschieden wir uns für die Podiumsdiskussion "Es muss sich was ändern" in der Johanniskirche. Wir warteten eineinhalb Stunden auf den Einlass, der Andrang war groß. Sehr bewegt hat mich der Podiumsteilnehmer Bischof Georg Bätzing aus Limburg, der auf die Selbstlosigkeit verwies, die mit dem christlichen Glauben verbunden ist. "Bring dich ein, und schau nicht zuerst darauf, was du davon hast." Besonders gefallen haben mir auch die Menschen auf den Straßen, die gemeinsam beteten und sangen und das außerordentlich gute Programm so gut annahmen. Der Katholikentag war neuer Impuls für meinen eigenen Glauben und den Alltag.“

Monika und Heinrich Diemer (Eußenhausen):
„Wir haben unter anderem den Biblischen Dialog in der Neubaukirche besucht, an dem auch Erzbischof Heiner Koch aus Berlin teilgenommen hat. Besonders bewegt hat uns seine Erzählung von einem Firmgottesdienst in der Diaspora mit acht Firmlingen, zu dem er 300 Kilometer gefahren ist. Die Jugendlichen hatten ihre Klassenkameraden und Lehrer eingeladen – und sie sind tatsächlich gekommen und haben daraus einen gemeinsamen Ausflug gemacht. Dieses Erlebnis hat dem Bischof Mut gemacht und gezeigt: Man sollte nicht alles verloren sehen.
Außerdem haben wir einen ergreifenden Gottesdienst im Dom mitgefeiert. Auch die vielen schönen Gespräche beim Gehen durch die Stadt und beim gemeinsamen Essen bleiben in Erinnerung. Es war ein Tag voller Begegnungen und ermutigender Eindrücke.“

Dagma Dietz (Eußenhausen):
„Ich habe lebendige Kirche unter ganz vielen Facetten und Begegnungen erlebt. Das hat mir Mut gemacht.“

Petra Dietz, Iris Muhr (beide Mellrichstadt) und Helga Schmitt (Reyersbach):
„Wir haben den „Messwein“ auf der Mainbrücke genossen.“

Sebastian Fritsche (Nordheim):
"Am Katholikentag hat mir das Motto „Steh auf, hab Mut“ gut gefallen. Wir Christen können und dürfen Mut haben, aufzustehen; Mut haben für all das, was wir für unseren Glauben benötigen. Was ich vom Katholikentag mit nach Hause nehme, das sind die vielen Begegnungen, die Begegnungen mit bekannten Gesichtern und die Begegnung mit fremden Gesichtern. Das waren immer sehr gute Gespräche. Und die einzelnen Vorträge, egal ob mit großer Bühne oder bei kleinen Ständen. Es war für jeden etwas dabei. Jeder konnte für sich das finden, wofür er sich interessiert hat, was ihm wichtig war. Und natürlich der gemeinsame Ausflug mit dem Bus. Das fand ich auch wichtig für unsere Pfarreiengemeinschaft und den Pastoralen Raum, dass wir als Gemeinschaft dort angereist sind."

Gabriele Gith (Mellrichstadt):
„Mir hat vor allem das gemeinsame Singen auf dem Residenzplatz am Mittwoch bei der Eröffnungsfeier gefallen, trotz Blitz, Donner und Regen. Das Highlight für mich war der Abendsegen am Mittwoch im Kerzenschein. Das hat mich sehr gestärkt und ermutigt für den Alltag.“

Sonja Großmann (Oberstreu):
„Viele Menschen verschiedener Generationen waren unterwegs, das war belebend und ermutigend. Verschiedene Musikgruppen an so vielen Plätzen verteilt, singende Menschen, in Freude vereint, da ist der Funke sofort übergesprungen.Tiefgründig, authentisch und deshalb besonders nachhaltig fand ich den Biblischen Dialog mit Bischof Franz Jung und Ricarda Lang. Tief berührt hat mich auch das gemeinsam gebetete Vater-unser mit dem Nachhall im voll besetzten Dom beim Gottesdienst mit Maltesern und Bonifatiuswerk. Dieses gelungene Glaubensfest bestärkt und motiviert, gemeinsam weiterzugehen und auch andere zu ermutigen!“

Margot Karlein und Guntram Dietz (Eußenhausen):
"Wir haben den Queer-Gottesdienst in der Augustinerkirche besucht. Beeindruckt haben uns die gefühlvollen und ermutigenden Worte und Gebete im Hinblick auf die Diskriminierung und Ausgrenzung wegen der Andersartigkeit. Dazu kam noch das Gemeinsame Agape-Mahl an den vielen kleinen Tischen mit Keramikbechern für Wein oder Traubensaft sowie das geteilte Fladenbrot. Wir nehmen die Erfahrung von Gemeinschaft, Offenheit und gegenseitiger Wertschätzung mit nach Hause."

Elisabeth Landgraf (Mellrichstadt):
„Ich war fasziniert von der Vielfalt der unterschiedlichen Stände auf der Kirchenmeile. Alle waren total offen. Man ist aufeinander zugegangen und es sind interessante Gespräche entstanden. In einer Zeit, in der viele Menschen der Kirche kritisch gegenüberstehen, fand ich die Vielzahl der Besucher besonders beeindruckend.“

Sophia Landgraf (Hendungen):
"Was mir am besten gefallen hat und was ich persönlich mitnehme, das ist das Erleben dieser riesengroßen Gemeinschaft. Ein riesengroßes Event, das durch das komplette Würzburg ging. Und wie friedlich so ein Event von statten gehen kann. So eine riesengroße Gemeinschaft Und egal woher die Leute kamen, aus welcher Region, welchen Glauben sie haben, egal wie tief der Glaube ist oder ob es nur ein leichter Glaube ist – es glaubt ja jeder auch auf seine eigene Art und Weise, egal ob man sich gekannt hat oder nicht: es hat jeder auf jeden geachtet. Du wurdest überall herzlich aufgenommen. Du wurdest überall empfangen. Man konnte sich mit jedem unterhalten und man wurde nie irgendwie schief angeschaut. Das ist ja ganz oft so, dass wenn man über irgendetwas redet, dass man schief angeschaut wird. Nein, man wurde wirklich ernst genommen von jeder einzelnen Person und man konnte richtig gute Gespräche führen. Das war wirklich faszinierend und das muss man mal erlebt haben, wie das funktionieren kann, dass so viele Menschen so friedlich miteinander umgehen können. Davon kann sich jeder eine Scheibe abschneiden, weil das wirklich etwas ganz Besonderes war."

Thomas Menzel (Mellrichstadt):
„Eine Aussage von Ricarda Lang beim Biblischen Dialog mit unserem Bischof in der Posthalle ist mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben. Sie sagte: „Der Mensch glaubt, er sei omnipotent. Aber das ist er nicht. Und ich weiß: das Wort „Demut“ klingt unmodern oder ist in Vergessenheit geraten. Aber wir sollten alle wieder ein bisschen demütiger werden!“ Das hat mich sehr bewegt.
Ebenso klar und eindrücklich war die Botschaft der Podiumsdiskussion in der Hochschule für Musik mit dem Titel „Glaube. Heimat. Identität? – Wie rechte Ideologien christliche Motive vereinnahmen“, unter anderem mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts Reiner Haseloff. Rechtsradikalismus ist ein Frontalangriff auf die christliche Ethik. Diese klare Haltung nehme ich mit nach Hause.
Besonders gefreut hat mich außerdem die Begegnung mit dem evangelischen Pfarrerehepaar Mertten aus Bad Königshofen. Das hat deutlich gemacht: Dieser Katholikentag war auch ein ökumenischer Kirchentag."

Tina und Lutz Merrten (Bad Königshofen):
„Auf dem Katholikentag zu Gast gewesen zu sein, hat mir Kraft gegeben und mich beflügelt, weil es gut und erholsam war, sich nicht rechtfertigen zu müssen, dass man glaubt, nicht erklären zu müssen, was man glaubt, sondern Teil einer großen Gemeinschaft sein durfte.“

Helena Reuß (Oberstreu):
„Wir haben unter anderem ein Politik-Planspiel mit dem Titel „Hetze statt Herz?! – Demokratie braucht Beteiligung“ besucht. Dadurch verstehe ich jetzt noch besser, wie die Gesetzgebung funktioniert und warum sie manchmal auch ein bisschen träge ist.
Beeindruckt hat mich auch, persönliche Erfahrungen von Geflüchteten auf der Kirchenmeile zu hören. Die haben einen so richtig realisieren lassen, wie präsent der Rechtsextremismus in Deutschland ist und was eine Flucht wirklich für einen Menschen bedeutet.
Insgesamt war der Katholikentag eine sehr coole Erfahrung und ich kann mir vorstellen: auch für Leute, die vielleicht wenig oder gar nichts mit Kirche am Hut haben.“

Edeltraud und Klaus Trost (Wechterswinkel):
„Wir haben uns im Vorfeld eine Veranstaltung auf dem Unteren Markt gezielt ausgesucht. „Auf die Liebe setzen – Musik und Poesie“. Und die hat uns auch besonders gut gefallen. Die Kölner Band Ruhama hat uns mit ihren Liedern begeistert, ebenso die Rezitationen von Gedanken und Gedichten von Hans Dieter Hüsch. Beeindruckt hat uns außerdem die Vielfalt der Kirchenmeile, auf der wir viele tolle und interessante Gespräche führen konnten."

Ingrid Zimmerer und Thomas Späth (Fladungen):
„Beim Katholikentag haben wir an der LiturgieWerkstatt „Wenn die Kirche nicht mehr im Dorf bleibt. (Liturgisch) heimatlos in Großgemeinden?“ teilgenommen. Mitwirkende waren unter anderem Prof. Stuflesser von der Universität Würzburg und Bischof Kohlgraf aus Mainz. Der Workshop war ganz super und hat uns gezeigt, wie weit wir in unserem Pastoralen Raum bereits sind. Wir haben uns rege eingebracht und besonders gefreut hat uns am Ende die Rückmeldung des Professors: „Es war gut, dass Sie da waren!“ Das nehmen wir motiviert mit nach Hause.“

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